Savalenrally 2015 - Savalenrally

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Savalenrally 2015

Geschichten
Savalenrally 2015 - sehr kompliziert, aber dann doch supergut

Schon bei der Planung war alles etwas schwierig, denn als wir die Fähre der Colorline buchen wollten, hieß es: "Geht nicht, eine Fähre ist zu der Zeit in der Werft und die andere fährt nur alle zwei Tage". Na gut, dachte ich, dann überlege ich noch was. Ein paar Tage später hatte ich geklärt, daß die Savalenrally nun einen Tag früher beginnen kann, so daß wir die eingeschränkten Fährplane nutzen können. Dann wollte ich das andere Schiff buchen und wieder hieß es: "Geht nicht, das Schiff ist in der Werft" ich entgegnete: "Das weiß ich, ich will ja auch das andere Schiff buchen" und prompt hieß es: "Das ist auch in der Werft, aber die Rückfahrt könnt Ihr über uns buchen". Aber um eine Rückfahrt zu buchen, muß ich ja erst mal hinkommen... Grübel,... (ich fühlte mich etwas verarscht...). Aber zum Glück gibt es ja die Stenaline. Die  hat uns von Kiel nach Göteborg mitgenommen,.... aber von Anfang:

Endlich war der Tag der Abreise gekommen. Ein paar Teilnehmer aus dem Raum Siegburg haben sich mit uns am Geschäft getroffen, da kann noch alles wichtige erledigt werden (Kaffee, Pipi, etc.). Als wir dann fertig zur Abreise waren, hat es mit dem Umdrehen des Zündschlüssels auch rechtzeitig angefangen, wie verrückt so matschigen Schnee á la Germany vom Himmel zu werfen.

Statt der geplanten, landschaftlich schönen Strecke, zum Hotel "Zum dicken Heinrich" in Lüdersfeld sind wir dann auf die Autobahn gefahren und haben uns mit den Schneeräumern um die besten Fahrspuren gestritten.
Zum Glück hat es irgendwann aufgehört zu schneien,- es ist übergegangen in heftigen Dauerregen.
Am Hotel haben wir dann noch Wolfgang getroffen, die Motorräder gepflegt und dann die Wirtschaft des Hotels besucht.

Den nächsten Tag war sowieso nur Autobahn angesagt, weil die Stenaline in Kiel um 17 Uhr die Motorräder einchecken möchte. Das hat auch gut geklappt. Direkt als wir am Fährhafen angekommen waren, hat auch der Dauerregen Pause eingelegt.


Hier haben wir noch jede Menge andere Teilnehmer getroffen. Die Fährfahrt nach Göteborg war sehr ruhig, es gab gut was zu Essen und wir sind ausgeruht am nächsten Morgen in Göteborg von Bord in den nun schwedischen Dauerregen gefahren.
Jetzt 303 Kilometer bis nach Oslo ins Radisson Blu Nydalen. Unterwegs gab es noch ein paar Probleme, weil zuerst Wolfgang keinen Sprit mehr hatte und dann Sabine. Anhalten ist auf einer zweispurigen, sehr befahrenen Strasse ohne Haltestreifen in Dauerregen sehr schwierig. Zum Glück hatte aber jeder das Ziel gekannt und Oslo stellt einen navigationstechnisch vor keine so großen Probleme. Als wir getankt hatten, kamen auch schon die anderen Schneegesichter angefahren. 

Wir sind dann ins Hotel, haben eingecheckt und dann ging es erst mal eine Stunde in die Tiefgarage. Die Spikeräder, die wir im Regen bisher nicht gebraucht hatten, wurden montiert, nochmal eine Runde die Mopeds mit Korossionsschutz zu geklatscht und dann nach dem Aufhübschen sind wir ein paar Meter entfernt vom Hotel in die Nydalen Brauerei gegangen. Das war schon mal supergut; schönes Bier und schönes Essen.



Am nächsten Morgen sind wir dann endlich ohne Regen gestartet und alles hat gut funktioniert,... erst mal..
So nach einer Stunde hat sich Sabine gemeldet, daß Ihre Ural Retro plötzlich über einen Tempomaten verfügt, der das Motorrad bei 70 km/h hält. Das ist grundsätzlich was feines, aber Sabines Tempomat ließ sich leider nicht mehr abschalten.
Durch unsere 3 Tage Dauerregen war Wasser in den Gaszug eingedrungen und dieses ist durch die Kälte dann gefroren und hat den Gaszug festgehalten. Wir konnten das Problem mit dem eingefrorenen Gaszug aber schnell mit etwas Gaszugmassage und Gesundbeterei lösen.
Danach ging es weiter Richtung Elverum. Unterwegs noch eine kleine Pause an der Shelltankstelle mit Bollerbakeri. Das bedeutet mal eine schöne Tasse Tee und ein paar Rosinen- und Schokoladenbrötchen,- ganz frisch!
Dann weiter bis Elverum, da haben wir getankt und das norwegische Zauberspray gekauft, um dem Wasser in Sabines Gaszug endgültig den Garaus zu machen. Dann gingen wir noch in die Elgstua um für umgerechnet 12 € pro Portion eine Suppe zu essen. In Abhängigkeit von der Anzahl der bestellten Suppen wird da auf geniale Weise mit Hilfe von reichlich Wasser die gewünschte Menge innerhalb kürzester Zeit hergestellt. Super!
Lediglich bei mehr als fünf Bestellungen auf einmal, bekommt man dann eigentlich nur noch heißes Wasser mit ein paar Restaromen (z.B. Erbsensuppe mit ca. einer Erbse pro Teller).
Über eine Nebenstraße, die durch den Wald führt sind wir dann an unser Tagesziel, das Koppangtunet Hotell in Koppang gefahren. Die haben dort mächtig umgebaut und renoviert. Bewirtschaftet wird das Hotel jetzt von zwei Thaidamen.



Wir haben dort wirklich genial gut gegessen. Typisch norwegisches Essen. Nicht etwa thailändisches, wie man vermuten könnte. Aber von den Mädels perfekt zubereitet.

Am Mittwoch sind wir dann über eine weitere Nebenstrecke an einem See entlang nach Tynset gefahren. Das war landschaftlich natürlich superschön. 
Am frühen Nachmittag waren wir dann in Savalen.
Da haben wir erst mal eingecheckt und sind eine Runde in die tolle Badelandschaft marschiert. Das war echt klasse.
Nach und nach sind dann auch weitere Teilnehmer der Savalenrally eingetrudelt.
Albrecht und Michi sind auch noch angekommen. Allerdings ist Albrecht auf dem Soziussitz von Michis Polaris Quad mitgefahren, denn er hat unterwegs seine Ural ermordet. Bei seiner Ural ist ebenfalls Wasser eingedrungen. Allerdings in den Kupplungszug, der sich dann nicht mehr ziehen ließ. Albrecht ist der Einfachheit halber dann ohne Kupplung gefahren und war happy. Die Ural war davon weniger begeistert und besonders das Getriebe hatte dann keine Lust mehr. Der ADAC hat die Maschine dann in seine Obhut genommen, um sie vor weiteren Mordanschlägen von Albrecht zu schützen.
So hatten wir wieder schönen Gesprächsstoff beim Abendessen.
Nach dem Essen sind wir dann nochmal raus in den Schnee, um vor dem Julehus einen netten Glühweinumtrunk zu geniessen. Das war ein toller Abschluß für einen tollen Tag.



Am Donnerstag morgen sind wir nach Alvdal gefahren ins Aukrust Center. Das Aukrust Center ist ein Museum von Kjell Aukrust, einem Trickfilmmacher und Erfinder skuriler Maschinen. Nina vom Savalenhotel hat uns die Kontakte gemacht, daß das Museum, das normalerweise den ganzen Winter geschlossen ist, für uns geöffnet wurde. Quasi geheizt und die Cafeteria in Betrieb genommen. Dazu sind extra zwei Damen zum Museum gekommen und haben uns den Besuch ermöglicht. Zuerst haben wir einen Film gesehen und dann hat Ellen, unsere Führerin, uns die ganzen Maschinen life und in Funktion gezeigt.


Martin beim Körperscan zur Schokoladenoptimierung

Zum Beispiel gab es da eine Maschine die mittels Körperscan die optimale Schokolade für den Gescannten produziert, oder eine Sterneguckmaschine, eine Zeitungsmaschine, ein Pipienergieumwandler, sowie eine Mondrakete und ein selbstfahrender Vertreterkoffer. Selbstverständlich steht da auch das Rennauto "Il Tempo Gigante".
Und alle diese Dinge funktionieren. Allerdings hat Ellen uns mitgeteilt, daß die Mondrakete im Winter nicht gut anspringt. Da sie aber auch als Raketenführerin arbeitet, hat sie uns angeboten mal im Sommer mit ihr zum Mond zu fliegen.


Ellen vor der Mondrakete
Alles in allem war dieser Besuch ein Highlight unserer Reise.
Später haben wir weitere Teilnehmer der Savalenrally begrüßt und den Abend im Schwimmbad ausklingen lassen.
Auch Fernando ist eingetroffen, unser spanischer Teilnehmer, der mit einer 1200er Tenere mit Stützskiern an den Seiten gefahren ist. Daß er außer spanisch keine andere Sprache konnte, hat ihm nichts ausgemacht. Ebenso wie es uns nichts ausgemacht hat, daß wir alle kein spanisch konnten. Wir haben festgestellt, daß Verständigung auf jeden Fall funktioniert, wenn nur alle wollen. Irgendwann sind dann alle restlichen Teilnehmer eingetroffen und wir haben begonnen die weiteren Events vorzubereiten.
Da wurden dann Touren mit dem Schneemobil und Fahrten mit dem Pferdeschlitten in die Wege geleitet und auch die Spieleteams für die Winterspiele mit Simen am Freitag morgen festgelegt.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging es dann los. Simen hatte bereits die Bahnen für die Spiele mit Markierungsfarbe behandelt. Ungünstigerweise hatte er die Markierungsfarbe liegen gelassen, so daß ich mich direkt verpflichtet sah, etwas Bandenwerbung im Schnee anzubringen. 



Ich meine, da sieht so ein Wettbewerb gleich professioneller aus. Was ich nicht wußte, ist daß die Markierungsdosen so einen Klappdeckel haben, den man umlegen muß. Daher hatte ich zusätzlich zur Bandenwerbung auch gleich noch meine Hände, Schuhe und den Anzug mit markiert. Aber der Künstler steht zu seinem Werk. Besonders gefreut hat mich natürlich, daß sich Gerd genauso eingesaut hat, als er mein Werk zerstören wollte. Ihr wißt ja, wer anderen eine Grube gräbt, ist nicht zwangsläufig ein Bauarbeiter.

Nachdem sich bei den Spielen alle ausreichend blamiert hatten, war noch Zeit für kleine Ausfahrten. Um zum Beispiel den Winter mit Fackeln vom Pferdeschlitten aus zu geniessen oder eine geführte Tour mit den Schneemobilen.
Am Abend wurde dann im Zelt gegrillt und auch die Siegerehrung für die Spieleteilnehmer durchgeführt. Alles war sehr gemütlich und Essen und Trinken sehr lecker.







Da der Pianospieler in der Bar echt gruselig gespielt und gesungen hatte, waren wir am nächsten Tag alle gut ausgeschlafen, da es keines längeren Aufenthalts am Piano erfordert hatte. Wir haben trotz norwegischer Skimeisterschaft in Røros den Weg dorthin gewagt. Die Stadt war zwar voll Leuten, aber alles war streßfrei. Røros ist ein sehr schönes Städtchen mit kleinen Gassen und vielen Künstlerateliers, die man besuchen kann.
Auf dem Rückweg haben wir noch bei Bente und Bjørn Halt gemacht. Das sind Freunde von Simen, und leidenschaftliche Oldtimersammler mit Schwerpunkt Autos und Schneemobile.
Logischerweise haben sie auch das Schneemobil, mit dem sich Klaus Kinski und Roger Moore 1981 in dem James Bond Film "In tödlicher Mission" eine Verfolgungsjagd geliefert haben, in ihrer Halle stehen. Es war sehr unterhaltsam alles an zu schauen und zu plaudern.



Am Abend gab es dann im Savalen Hotel das traditionelle Buffet aus der Region, mit allerlei sehr speziellen Spezialitäten. Da gibt es alles, was so an Eßbarem im Umkreis von 100 km rund um Savalen herumläuft oder wächst. Meist superlecker aber auch manchmal gewöhnungsbedürftig.

Am Sonntag morgen sind dann alle wieder ihres Weges gefahren. Wir fuhren mit einer kleinen Gruppe in Richtung Ringebu Fjell, das aber leider gesperrt war. Daher sind wir wieder über Elverum nach Biri gebrummt, wo wir Hütten gemietet hatten.
Am Abend wollten wir Pizza bestellen, was aber leider nicht möglich war, weil der Campingplatz 12 Kilometer von Peppes Pizza entfernt war (obwohl die Speisekarten auf dem Campingplatz auslagen). Man hat uns aber angeboten die Pizzen sechs Kilometer entfernt von Biri an eine Bushaltestelle an einer Landstraße zu liefern, wo wir sie übernehmen könnten. Wir haben dankend abgelehnt, sag mal geht´s noch? Die Leute von Peppes Pizza spinnen wohl.... Das wird also mit Sicherheit der letzte Kontakt mit den Pizzafritzen gewesen sein. Mitten im Winter eine Servicewüste, traurig.
Am nächsten Tag sind wir wieder nach Oslo gefahren und haben da noch das Fram Museum und die Eisbar besucht, ebenso wie das Hardrock Cafe.
Dann war am Morgen danach die Fährüberfahrt von Oslo nach Kiel. Und dann die letzten Kilometer auf herrlich gesalzenen Straßen nach Hause.

Alles in allem war es eine super Tour.
Und durch Anfragen haben wir beschlossen die Savalenrally künftig zu verlängern, unabhängig davon, ob die Fähren gerade mal wieder kaputt sind oder nicht.

Bis bald in Winter
und denkt daran: Schön ist es, wenn es saukalt ist.

Grüße

Paul

Nachklapp:

Es ist ja so, daß man überall gesehen wird. So auch auf der Savalenrally. Nach der Tour wurde ich angeschrieben von einer norwegischen Gespannfahrerin namens Liv Balliston. Sie hatte mir ein Foto zugeschickt, welches Ihr Freund, von Beruf LKW Fahrer, in Norwegen gemacht hatte.
Darauf waren eine Gruppe Gespannfahrer auf eisglatter Straße zu sehen. Sie wollte nur wissen, ob wir das waren. Waren wir. Unglaublich! Kurz danach erreichte mich ein Mann aus Røros, der einige Gespanne auf dem Parkplatz in der Nähe vom Skifestival fotografiert hatte und wollte wissen, ob das die Savalenfahrer wären. Auch das waren wir. Ihr seht, es geht da keiner verloren. Echt bemerkenswert.

Bis dann.... wir sehen uns im Schnee

Paul







 
 
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